Richard-Wagner-Verband
Ortsverband Nürnberg e.V.


aktualisiert am 10.11.2019

Aktuell





SYMPOSIUM ZUM 150. GEBURTSTAG VON SIEGFRIED WAGNER
Reaktionen.





Komentare: Symposium.

Rainer Fineske


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Richard-Wagner-Verband Berlin-Brandenburg e. V.
Rainer Fineske, 1. Vorsitzender
Bornstraße 19, 12163 Berlin Tel.: 030 – 791 86 74
Mobil : 0175 55 43 589, E-Mail : fineske@wagnerverband-berlin.de
Berlin, 21.Oktober 2019
Unter dem „Stichwort Wagner“
fand am 19. Oktober 2019 ein eintägiges Siegfried-Wagner-Symposium statt, das vom Richard- Wagner-Verband Nürnberg und seiner neuen Vorsitzenden Agnes Sires ausgerichtet wurde. Es stand unter dem Motto: „Siegfried Wagner – Sohn – Leiter der Festspiele
Dirigent – Regisseur – Komponist“
Würdigung des ersten Erneuers von Bayreuth

Zu Beginn des eintägigen Symposiums eröffnete Frau Sires das Symposium mit einer erfrischenden Begrüßungsrede und ausführlichen Grußworten der Bayreuther Festspielleiterin Frau Prof. Katharina Wagner, die ihren Großvater nicht nur als ihren Großvater als Familienabstammung bezeichnete, sondern auch als historische verdienstvolle Persönlichkeit würdigte, der es nicht immer leicht gefallen sei, sich durch alle politischen Strömungen seiner Zeit zu bewegen, um seine Ideen und Grundsätze zur Weiterentwicklung und Modernisierung der Festspiele durchzusetzen.

Die Kulturreferentin der Stadt Nürnberg Prof. Dr. Julia Lehner hob besonders die komplexen historisch-weltanschaulichen Zusammenhänge Siegfried Wagners hervor und ging in diesem Zusammenhang auf Raum zu mannigfaltigen Diskussionen über den Sohn Richard und Cosima Wagners ein.

Ich selbst überbrachte ein Grußwort im Namen des Präsidenten des Richard-Wagner-Verband International, der aus familiären Gründen leider verhindert war.

Günther Neumann, der Theater- und Musikwissenschaftler und Dirigent war langjähriger Beleuchtungsmeister am Nürnberger Opernhaus und Leiter der Beleuchtung am Stadttheater Fürth. Er hielt einen Kurzvortrag über Siegfried Wagner als Einführung unter dem Titel:
„Biographisches zur Geburt Siegfried Wagners“!

Prof. Peter P. Pachl, der Mitbegründer der Internationalen Siegfried-Wagner-Gesellschaft und
promovierte Theater-und Musikwissenschaftler hielt zum Symposium den
„Festvortrag – Gestörte Feste“
Er konnte zu diesem Thema eine klare und ausführliche Linie von den Festen bzw. gestörten Festen in den Opern des Barock bis in die Neuzeit hinein vollziehen, die auch ihren direkten Weg in das zahlreiche Opernschaffen Siegfried Wagners führten.
Der von einigen Autoren als Biografismus infrage gestellte Schlüssel zur Deutung der Bühnenwerke SW’s als gigantische Tagebücher wird auch bei der Fokussierung auf gestörte Feste in dessen Opernhandlungen nur all zu deutlich.
Eine besonders klare Sprache fand Peter P. Pachl in seinem Vortrag durch seine jahrzehntelange praktische Erfahrung mit den Inszenierungen der Werke Siegfried Wagners an deutschen Opernhäusern und den Rudolstädter Festspielen von 1990-1995. In diesem Jahr konnte er im Markgräflichen Opernhaus Bayreuth, während der Festspiele zwei szenische Aufführungen der Oper „An allem ist Hütchen schuld“ gestalten, die zahlreiche Besucher gesehen und gehört hatten.

Daniela Klotz befasst sich parallel zu ihrem Beruf als Germanistin mit dem Themenkomplex Siegfried Wagners und seinem Verhältnis zu seinem Vater Richard Wagner. Das Thema ihrer Promotion lautet: „Intertextuelle Bezüge in Siegfried Wagners Opern unter besonderer Berücksichtigung des Banadietrich“.
Ihre ausgewogene Analyse zwischen Vater und Sohn sowie ihre Ausführungen des „Erweckungserlebnisses“ von Siegfried Wagner und der dadurch erfolgten Hintanstellung seines Architekturstudiums zu Gunsten der Widmung der Bühnenwerke seines Vaters in Bayreuth als Bühnenbildner, Dirigent und Regisseur, ließen ihn aber trotzdem zu einem eigenständigen Komponisten heranreifen, zu dem er sich nie von den Eltern gezwungen sah.

Der Vortrag von Frau Dr. Sabine Sonntag trug den Titel „Ich unfreiester Aller“ Siegfried Wagner zum 150. Geburtstag. Sie ist Regisseurin, Operndramaturgin und Autorin und lehrt seit 2001 an der Hochschule für Musik in Hannover Historische Musikwissenschaft.

Sie selbst schreibt über den Sohn von Richard und Cosima, Zitat: Siegfried Wagner war Komponist, Textdichter, Dirigent, Festspielleiter, Regisseur, Lichtvisionär, Sohn, Ehemann und Gastgeber im Haus Wahnfried für Adolf Hitler. „Zu viel zu viel“ könnte man mit dem Tannhäuser ob solcher Last sagen und schon den Vornamen empfand er als Bürde: „Er hoffte aber, nicht ganz unwürdig dieses Namens zu sein“. Sabine Sonntag rückt in ihrem Vortrag das Persönliche unter psychologischen Aspekten in den Vordergrund und geht der These nach, das Siegfried Wagner bereits bei seiner Zeugung einer so mannigfachen Belastung durch die Eltern ausgesetzt war, dass die Entwicklung zu einem frei handelnden Menschen gar nicht möglich war. 150 Jahre nach seinem Geburtstag, bleibt er für Sabine Sonntag die Schattenfigur hinter seinem Vater, seiner Bisexualität und seiner künstlerischen Selbstbestimmung. Ihn in allen seinen Widersprüchlichkeiten zu würdigen, ist ihr in großartiger Weise gelungen.

Achim Bahr gelang es als Präsident der Internationalen Siegfried- Wagner-Gesellschaft, seinen Vortrag, der unter dem Aspekt,
„Re-/Projektion – Siegfried Wagner zwischen Antizipation und Realisation“
zu stellen und klar und deutlich die unterschiedlichsten Ansprüche die an Siegfried Wagner gestellt wurden, herauszuarbeiten. Besonders in der Fehleinschätzung zur Person und den Missverständnissen zu seinen Werken, aber auch durch die Vorurteile und teilweise unerfüllbaren Ansprüche an den Sohn des „Meisters“ gestaltete Achim Bahr das Thema ausgesprochen lebendig und anschaulich. Seine Darstellung, dass Siegfried Wagner seid seiner Geburt den unterschiedlichsten Ansprüchen ausgesetzt war, die er kaum erfüllen
konnte und auch nicht wollte, und daher die Anspruchsteller an seine Person durchaus auch enttäuschte, konnte von Achim Bahr entsprechend verdeutlicht werden.

Besonders bereichernd waren zwischen den gesprochenen Vorträgen die musikalischen Beiträge der diesjährigen Stipendiatin des Nürnberger Verbandes Edita Hakobian, Klavier. Sie spielte eine Fantasie von Siegfried Wagner aus seiner Oper „Herzog Wildfang“ in einer Bearbeitung für Klavier von Eduard Reuss, in der es ihr gelang, die Kompositionsleistung Siegfried Wagners auf das Subtilste herauszuarbeiten und ihrem Publikum zu Gehör zu bringen, große Gratulation!

Ein weiterer musikalischer Vortrag wurde vom ebenfalls diesjährigen Nürnberger Stipendiaten und Bariton Hyuoho Yoo dargebracht. Er sang die Arie des Reinhart von junger Liebe aus der Oper Herzog Wildfang op. 2 von Siegfried Wagner.
Beide Stipendiaten wurden von Prof. Werner Dörmann am Klavier begleitet, der es fabelhaft verstand, die Gestaltungskraft Sänger/Innen zu besonderer Geltung zu bringen.

Die musikalischen Darbietungen erreichten ihren besonderen Höhepunkt mit der dramatischen Sopranistin Rebecca Broberg mit den „Szenen der Osterlind“ aus Herzog Wildfang op. 2 von Siegfried Wagner, begleitet am Klavier von Prof. Werner Dörmann. Die dramatische Darstellung des Inhalts und ihre intensive Gesangliche Darbietung rundeten das Symposium auf das Exklusivste ab.

Rainer Fineske





Prof. Dr. Julia Lehner
Kulturreferentin der Stadt Nürnberg

Grußwort

anlässlich der Eröffnung des Symposiums

Siegfried Wagner

Sohn – Leider der Festspiele – Dirigent – Regisseur – Komponist

Würdigung des ersten Erneuerers von Bayreuthh


ehr geehrte Damen und Herren,


mit großer Freude darf ich alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Symposiums anlässlich des 150. Geburtstages Siegfried Wagners in Nürnberg willkommen heißen.

Der Richard-Wagner-Verband Nürnberg ist eine Institution, die in den nunmehr über 100 Jahren seines Bestehens fest mit und in der Stadt Nürnberg verwurzelt ist und bis heute einen hoch einzuschätzenden Beitrag für die Vergegenwärtigung und Vermittlung von Kultur leistet. Der jüngste Nachweis für dieses besondere Engagement ist die heute beginnende Tagung.

Außerordentliche Bedeutung besitzt in diesem Rahmen vor allem die Leistung derjenigen Menschen, die den Vereinszweck mit Tatkraft und Leidenschaft verfolgen und denen für die Organisation des anspruchsvollen Tagungsprogramms Dank geschuldet werden muss.

Siegfried Wagner – Sohn – Leiter der Festspiele – Dirigent – Regisseur – Komponist. Im Titel des Symposiums wird die Vielschichtigkeit der Person und der Persönlichkeit, die im Mittelpunkt der folgenden Vorträge stehen wird, deutlich. Die historischen, gesellschaftlichen, ökonomischen und insbesondere politisch-weltanschaulichen Zusammenhänge stellen sich bei der Betrachtung des Lebens und Wirkens Siegfried Wagners höchst komplex dar. Raum zu Diskussion und Wertung lässt dessen vielschichtiges Wirken bis heute in mannigfaltiger Weise zu.

Dieses Wochenende haben Sie es sich zur Aufgabe gemacht, persönliche Biografie und Arbeitsleben Siegfried Wagners aus neuen Perspektiven heraus zu betrachten und um bislang weniger beachtete Aspekte zu ergänzen.

Ich wünsche Ihnen allen, Teilnehmerinnen und Teilnehmern, den beteiligten Künstlerinnen und Künstlern wie Vortragenden anregende und erkenntnisreiche Tage und dem Symposium einen gelungenen Verlauf.


Ihre


Prof. Dr. Julia Lehner, Kulturreferentin der Stadt Nürnberg




Prof. Katharina Wagner

Grußwort

zur Veranstaltung / Symposium
Siegfried Wagner - Sohn – Erbe – Dirigent – Regisseur – Komponist“
Würdigung des ersten Erneuerers von Bayreuth


19. Oktober 2019, Richard-Wagner-Verband Nürnberg

Liebe Mitglieder des Wagner-Verbands, verehrte Gäste,

Siegfried Wagner, der einzige Sohn seiner übermächtigen Eltern Richard Wagner und dessen Frau Cosima, der Tochter Franz Liszts, ist genealogisch gesehen zwar mein Großvater, für mich jedoch vorrangig eine Persönlichkeit der Festspielgeschichte, der ich mit überwiegend historischem Interesse begegne. Fast ein halbes Jahrhundert liegt zwischen seinem Tod und meiner Geburt.

Einst ein ebenso erfolgreicher Künstler als Komponist, Dirigent, Bühnenbildner und Regisseur wie auch vor allem bedeutend als Festspielleiter, geriet er nach seinem frühen Tod rasch in Vergessenheit, wurden sein Werk und seine Lebensleistung für den Erhalt und die Entwicklung der Bayreuther Festspiele sehr lange von anderem überlagert, verdrängt und oftmals geringgeschätzt. Heute ist er ungeachtet mancher Bemühungen noch immer ein weitgehend Unbekannter. Um so erfreulicher und dankenswerter ist es, dass aus Anlass seines 150. Geburtstags in diesem Jahr an Siegfried Wagner nicht allein freundlich erinnernd gedacht wird, sondern in vielfältiger Weise eine wirkliche Auseinandersetzung stattfindet, welche sowohl Wieder- und Neuentdeckungen seiner Werke als auch eine profunde, differenzierte und kritische Würdigung seiner facettenreichen Persönlichkeit umfasst. Die Bayreuther Festspiele ehrten ihn mit der vielbeachteten Uraufführung des Sprechtheaterstücks „Siegfried. Ein Monolog“, das sie bei den Autoren Feridun Zaimoglu und Günter Senkel in Auftrag gegeben hatten.

Es freut mich sehr, dass der Richard-Wagner-Verband Nürnberg mit Unterstützung durch die Internationale Siegfried-Wagner-Gesellschaft und gefördert durch die Stadt Nürnberg ein außerordentlich komplexes und inhaltsreiches Symposium zu Siegfried Wagner veranstaltet. Ich denke, sowohl die Redebeiträge als auch die musikalischen Darbietungen können in lebendiger Weise zu dem noch längst nicht abgeschlossenen Prozess beitragen, Kenntnis und Verständnis von Persönlichkeit und Schaffen Siegfried Wagners zu fördern.

Allen Beteiligten, den künstlerisch Mitwirkenden, den Referenten, den Organisatoren und selbstverständlich allen Besuchern wünsche ich bestes Gelingen und erfüllte Stunden. Ich bin überzeugt, es kann gelingen, Interesse zu wecken oder zu vertiefen, um so einer spannenden und widersprüchlichen Figur der Zeit- und Festspielgeschichte allmählich besser gerecht zu werden.


Prof. Katharina Wagner

Bayreuth im Oktober 2019

Bilder: Symposium.


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Neuer Vorstand, neuer Ort, neue Themen

Unter dieser Überschrift erschien am Mittwoch, 19. Juni 2019 im Stadtanzeiger der
Nürnberger Nachrichten ein Artikel von Jens Voskamp über den Richard Wagner-Verband
Nürnberg.
Themen sind die Neuwahlen des Vorstands und die Veranstaltungen unseres Verbandes in
der zweiten Jahreshälfte, verbunden mit einem Hinweis auf unseren neuen
Veranstaltungsort - Loew’s Merkur Hotel, Pillenreuther Straße 1, Nürnberg.

Den gesamten Artikel können Sie über den Link "Neuer Vorstand, neuer Ort, neue Themen" abrufen:









Vorankündigungen / Erinnerungen / Hinweise:






Wichtige Änderung – Neuer Veranstaltungsraum

Ab dem 28. Juni 2019 finden unsere Vorträge im

Loew’s Merkur Hotel, Pillenreuther Str. 1 in Nürnberg, Erdgeschoss

mit direktem Eingang von der Straße; direkt hinter dem Hauptbahnhof
(Südausgang).

Sie erreichen das Hotel mit der U-Bahn, Haltestelle Hauptbahnhof sowie
mit der Straßenbahn Nr. 5 (vom Bahnhof Richtung Worzeldorfer Str.),
Haltestelle Celtisplatz (direkt vor dem Hotel). Hoteleigene Parkplätze, die Sie
nach ca. 50 m auf der Hotelseite in der Pillenreuther Str. finden, stehen zur
Verfügung.

Wir freuen auf zahlreiche Mitglieder, die wir persönlich begrüßen dürfen.

Richard-Wagner-Verband Nürnberg e. V.